Das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele steht erneut auf der Kippe. Nachdem das 2020er Ziel, den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 40 Prozent zu senken, deutlich verfehlt wird, droht nun bereits die nächste Zielmarke einer Emissionsreduktion von 55 Prozent bis 2030 in unerreichbare Ferne zu rücken. Grund ist der drastische Einbruch des Windenergiezubaus seit Anfang 2018. Gingen in der Zeit von 2014 bis 2017 noch durchschnittlich 1.600 Windenergieanlagen (4.600 MW) pro Jahr neu ans Netz, halbierte sich diese Marke in 2018 auf nur noch 743 Anlagen (2.400 MW). Noch kritischer ist die Situation in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, denn bis dato wurden bundesweit nur 86 Anlagen (287 MW) errichtet. Zieht man den Abbau von Altanlagen ab, muss bei einem bisherigen Netto-Zubau von gerade einmal 35 Anlagen in 2019 von Stillstand gesprochen werden. Diese Zahlen sind nicht nur für tausende Beschäftigte eine echte Hiobsbotschaft, sondern auch für das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 einen Anteil von 65 Prozent Erneuerbare Energien im Strommix zu erreichen.

Insbesondere die Genehmigungssituation hat sich dramatisch verschlechtert. Regionalplanerische Hemmnisse, Artenschutzauflagen, Klageverfahren und eine fehlende Unterstützung aus der Landes- und Bundesebene führen de facto zu immer weniger Genehmigungen und zu einer immer längeren Verfahrensdauer. Etliche tausend Megawatt Leistung aus Windenergie an Land stecken bundesweit im Genehmigungsstau, eine Belebung des Marktes ist nicht in Sicht. Der Bundesverband Windenergie (BWE) hat nun einen Maßnahmenkatalog mit acht Kernforderungen erarbeitet, um die Energiewende wieder auf Kurs zu bringen. Der „Aktionsplan für mehr Genehmigungen von Windenergieanlagen an Land“ zeigt Stellschrauben und Lösungswege auf, die einen deutlichen Anstieg  des Windenergiezubaus in Deutschland ermöglichen.

Download „Aktionsplan für mehr Genehmigungen von Windenergieanlagen an Land“ (BWE):