Eine aktuelle Langzeitstudie aus Finnland kann keine Hinweise auf eine befürchtete Gesundheitsgefährdung durch Infraschall von Windenergieanlagen liefern. Die Studie des technischen Forschungszentrums Finnland (VTT), dem finnischen Institut für Gesundheit und Soziales (THL), der finnischen Arbeitsschutzbehörde (FIOH) und der Universität Helsinki war die erste Langzeituntersuchung dieser Art. Sie bestand aus drei Teilen: Einer Langzeitmessung von Schall in Wohngebäuden nahe der Windräder über 308 Tage, Befragungen sowie Hör- und Wahrnehmungstests der Anwohner. Zwar gaben in unmittelbarer Nähe der Anlagen (bis 2,5 km) mehr Befragte an, unter Symptomen zu leiden, die in Verbindung mit Infraschall gebracht wurden (15% der Befragten) als in der gesamten untersuchten Region (5%). Bei einer Simulation der höchsten tatsächlich je vor Ort gemessenen Schallemissionen konnte bei den Probanden jedoch keinerlei Reaktion des autonomen Nervensystems auf Infraschall gemessen werden. Die An- oder Abwesenheit von Infraschall machte zudem keinen Unterschied aus, ob oder wie störend die Geräusche empfunden wurden. Es waren auch keine Unterschiede zu Teilnehmern feststellbar, die keine Symptome angegeben hatten. Das Forschungszentrum sieht daher „keine Evidenz für gesundheitliche Auswirkungen des Infraschall von Windenergieanlagen“. Die Studie stützt damit die Hypothese eines sogenannten „Nocebo-Effekts“ (analog zum „Placebo-Effekt“), wonach körperlich eigentlich unschädliche Einflüsse einen negativen Gesundheitseffekt dadurch hervorrufen können, dass Betroffene selbst einen negativen Effekt vermuten. Auch könnten Symptome mit anderen Ursachen fälschlicherweise mit WEA assoziiert werden.

Die englischsprachige Original-Pressemeldung finden Sie hier: https://www.vttresearch.com/en/news-and-ideas/vtt-studied-health-effects-infrasound-wind-turbine-noise-multidisciplinary

Foto: iStockphoto.com